Aktuelle Beiträge

aus der Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Rehabilitationsmedizin

Schön und wichtig zugleich

Der Bizeps ist ein interessanter Muskel. Er steht nicht nur im Fokus der Körperästheten, sondern ist auch aus orthopädischer Sicht ein relevanter Muskel. Insbesondere wenn Probleme auftreten.

Anatomisch ist der Bizeps ein Muskel mit zwei Köpfen (langer Kopf und kurzer Kopf), die an verschiedenen Stellen der Schulter entspringen und gemeinsam an der Speiche in der Nähe des Ellenbogengelenkes ansetzen. Funktionell beugt der Muskel den Unterarm im Ellenbogengelenk und ist an der Umwendbewegung des Unterarmes (sog. Supination) beteiligt.
Am Schultergelenk spreizt der lange Kopf den Arm ab, der kurze Kopf führt den Arm an den Brustkorb. Der lange Kopf der Bizepssehne verläuft durch das Schultergelenk und kann daher Schmerzen in dieser Region verursachen. Häufig zeigen sich Reizungen der Sehne, welche zu Schmerzen im Oberarmbereich führen können. Insbesondere Überkopfsportler leiden oft an Bizepsproblemen.

Durch immer wiederkehrende Wurfbewegungen kann der Ansatzbereich der Sehne verletzt werden (sog. SLAP-Läsion). Hier besteht die Möglichkeit, die abgetrennte Sehne durch sogenannte Nahtanker im Rahmen einer Schlüssellochoperation (Arthroskopie) zu refixieren Aber auch ältere Menschen können Bizepsprobleme entwickeln. Durch Verschleißvorgänge kann die Sehne einreißen. Auch hier kann minimalinvasiv operiert werden, indem man die Sehne abtrennt und erneut in ihrem Kanal etwas weiter unterhalb befestigt (Tenodese). Der verschlissene Anteil der Sehne kann dann aus dem Schultergelenk entfernt werden. Eine Alternative stellt die reine Durchtrennung der Sehne im Gelenk dar (Tenotomie).

Der Bizeps kann ebenso Probleme am Ellenbogengelenk machen. So kann z. B. ein abruptes Abfangen eines schweren Gewichtes zu einem Sehnenriss am Ellenbogengelenk führen. Hier wird bei der Untersuchung eine Kraftlosigkeit bei der Beugung des Unterarmes festgestellt. Im Rahmen einer kleinen offenen Operation kann die Sehne durch Nahtanker oder Knochendübel an ihrem Ansatzort befestigt werden. Nicht zuletzt sind durch den technischen Fortschritt stabile Verankerungsmöglichkeiten vorhanden, die eine frühzeitige Wiederaufnahme der Bewegung nach Verletzung ermöglichen.

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